Angeklagt: Agostino Buonamico, der väterliche Freund. Couragiert: Artemisia Gentileschi, die kyritzgleich ein paar Kübel Jauche auf die Leinwand schleudert und mit blutrünstiger Gewalt Rache übt am Mann, dem potenziellen Vergewaltiger. Komparativ: dem nicht belangten Vergewaltiger. Superlativ: im Prozess 1612 vom Angeklagten der Prostitution beschuldigt. Nebensache: heute vor 427 Jahren geboren.Weiterlesen →
Ob Dante, Goldoni oder Pirandello – die intellektuellen Höhenflüge eines Giorgio Padoan an der Università di Venezia sind legendär. Nach seinen Vorlesungen hat – behaupte ich – niemand Ca‘ Foscari ohne Erkenntnisgewinn verlassen, nicht selten sogar mit Erkenntnisglück, verstanden als Koinzidenz von Einsicht und Gefühl. „Lezioni“, die in ihrer gedanklichen Schönheit an die schwungvollen Loopings der frühen Lichtskulpturen eines Lucio Fontana erinnern.
Da steht er in des Fährmanns Kahn,
nackt wie er ist in seinem Wahn,
den trüben Blick nach vorn gerichtet,
dem Heldenmythos streng verpflichtet.
Poussiert mit seiner Männlichkeit,
wo ist sie hin, die HERRlichkeit? Weiterlesen →
Wenn altes und neues Gradierwerk in Bad Rothenfelde alle zwei Jahre zur zentralen Projektionsfläche von mehr als 50 Beamern werden, ist mit der Projektions-Biennale wieder große Kunst im kleinen Kurort zu sehen. Das muss man sich als Kommune erst einmal leisten können. Denn leider ist die Finanzierung des engagierten Projektes ungesichert. Unter Umständen war die im Februar 2018 zu Ende gegangene Biennale das letzte Projektions-Großereignis auf internationalem Niveau in Bad Rothenfelde. Weiterlesen →